Monat: Juli 2026

Seepogo 2026-Samstag Bericht

So. Bevor ihr die letzte DNA des Seepogos von euren Körpern geschrubbt habt, kommt jetzt der Bericht vom Samstag.

Ja, der sollte planmäßig eigentlich so anfangen wie der Freitag. Meinerseits pünktlich, geklappt hat es nicht.

Und dann fragt man einen anderen Besucher nach dessen kompetenter Einschätzung zu den „Pit Dogs“ und bekommt die Antwort: „Sehr sympatisch. Der Typ war echt nett, hab mit ihm geredet.“ Danke für nix Tobi!

Für mich ging es dann los mit „N.T.Ä“. „NTÄ“ haben ihren Auftritt vorgezogen, da „Bruise Control“ noch im Stau steckten. Aber ihre Punk Sounds mit Texten wie „My body, my choice“ haben natürlich voll ins Schwarze getroffen.

„Bruise Control“ stehen immer noch im Stau, weshalb jetzt „Missstand“ dran sind und die sind voll mein Ding und sogar mit „Endlich schlechte Musik“ auf Tour. Beide feiere ich, leider kommen sie nicht in die Gegend. Dafür ein Dislike. Gerade weil es so geil war und Lust auf mehr gemacht hat.

„Bruise Control“ standen übrigens im Stau, aber waren mittlerweile doch da. Das Warten hat sich gelohnt. Die Briten liefern eine geile Punkshow und gehen ab wie Schmitz Katze. Teilweise auch in Frauenkleidern oder oben ohne. Das war groß, auch vom künstlerischen Standpunkt aus. Fast schon Performance Art.

„March“ fand ich letztes Mal schon richtig gut. Dieses Jahr auch wieder. Ich mag einfach diesen rotzigen Gesang richtig gern. Und den anderen Musikern kann man auch absolut nichts vorwerfen.

Sind die „Split Dogs“ eigentlich die unehelichen Kinder der „Pit Dogs“? Haben die „Pit Dogs“ gespielt weil sie bei der Suche der „Split Dogs“ mit aufgetaucht sind? Fragen über Fragen. Aber die „Split Dogs“ haben in jedem Fall überaus ordentlich geliefert.

Die „Dead Pioneers“ aus Denver sind die Weiterentwicklung eines Spoken-Word Kunstprojektes. Aber auch im Hardcore Punk Gewand funktioniert das ganze doch verdammt gut. War nicht jedermanns Sache. Mir gefällt es auf ganzer Linie.

Ich habe erwartet, dass „Akne Kid Joe“ mein Tageshighlight wird. Stand jetzt sind sie mein Tageshighlight. Auch wenn sie für mich nicht klingen wie die „Pixies“. Einziger Kritikpunkt: Sie könnten etwas freundlicher gucken. Ich will ja keine Angst haben, nach dem Konzert die Fresse poliert zu kriegen.

„Booze&Glory“ sind eine britische Oi! Skinheadband. Irgendwie kriege ich bei Ihnen immer so Hooligan Vibes, aber die Musik ist trotzdem cool und endlich war es vor der Bühne mal RICHTIG voll

„Akne Kid Joe“ bezeichnen sich selbstironisch als zweitbeste Band. Vergangenen Samstag hat es gestimmt. Denn „Dritte Wahl“ waren, sind und bleiben eine fantastische Liveband. Sie haben Einiges zu sagen und dank perfektem Sound, kam das sogar weiter hinten noch alles an. Die Songs sind Mitsingtauglich und das wurde ausgenutzt. Einfach eine perfekte gealterte Band. Grandioses Finale, auch dieses Jahr!

Und dann war das „Seepogo 2026“ schon wieder Geschichte. Über das Samstag morgen Programm (Frühschoppen, Eschbaranka und Yoga) kann ich immer noch nichts sagen, weil ich auf den heimischen Festivals immer noch nicht campe. Bandmäßig war es wieder mal eine Supersause, auch wenn es schade ist, dass „Laura Jane Grace“ absagen musste. Vielleicht kann sie ihre Show ja bei Gelegenheit mal nachholen. Die inoffizielle „Frauenquote“ hat das Seepogo Team ja wieder brilliant erfüllt. Einerseits finde ich es immer wieder erwähnenswert, andererseits ist es schade, dass es immer noch erwähnt werden muss weil es doch viele Bands gibt, die in ihrer Besetzung heterogen sind. Ich empfehle an dieser Stelle für nächstes Jahr auch mal direkt „All I see is nothing“.

Ansonsten gibt es garnicht soviel zu sagen. Faire Preise, tolle Menschen, überwiegend guter Sound, saubere Dixies, Trinkwasser Stelle, „Bier Express“ Theke. Alles tip-top wie immer. Einziger Kritikpunkt bleibt „P3“, aber ich habe es erfolgreich geschafft ihn auch dieses Jahr wieder zu vermeiden. Müsste ich von da aus hinlaufen, wäre das Festival aber auch schon rum für mich bevor es angefangen hat. Das ist übrigens kein Gedisse, sondern meinen Knien geschuldet, die auch schonmal besser waren.

Prinzipiell war es einfach wieder ein unglaubliches Festival, das von großartigen Menschen mit jeder Menge Arbeit und Herzblut Jahr für Jahr auf die Beine gestellt wird und dabei bleibt mir nur zu sagen: Danke man. In Selters-Münster schlägt das Punkrock Herz Hessens. Ganz viel Liebe geht raus an euch!

Ich bin damit erstmal raus, aber spätestens auf dem Pell Mell sieht man sich wieder. Wenn euch meine Summer Breeze Bilder interessieren, folgt meinem Instagram Account @schoppeklopper_fanzine

Da gibt’s auch ne ganze Ecke mehr Seepogo Bilder als bei Facebook.

Seepogo 2026- Freitag Bericht

Ungewöhnlich, aber jetzt ist es so. Nach Jahren gibt es auch mal einen Freitag als Bericht, statt als Video. Here we go.

Und schon sind wir auf dem Gelände des Seepogo im Erholungsgebiet am Lago Alfredo angekommen und da sind die „Junkyard Queens“ gerade ihr erstes Lied am zocken.

Gesehen habe ich sie zum letzten Mal im Weilburger JUZ und seitdem haben sie nochmal ne ordentliche Schippe drauf gelegt. Die wachsende Live Erfahrung tut ihnen mehr als gut. Und damit revidiere ich meine Meinung des Berichts vom JUZ: Die funktionieren doch in Kneipe UND Festivals. Sehr sehr stark und mit liebevoller Hommage, an den leider in diesem Jahr verstorbenen „Bonzo“ Kai, der als Bild mit dabei war und am Gerüst seinen Platz gefunden hat.

Die „Dumb Bats“ haben ja schon öfter mit den Junkyard Queens zusammen gespielt. Und die Parallelen sind auch nicht von der Hand zu weisen, wenngleich sie doch etwas punkiger rüberkommen. Aber schon richtig geil. Und am Ende noch n „Turbonegro“ Cover als Sahnehäubchen. Ich hätte es als letzten Song genommen, aber das müssen die ja wissen.

„The Corps“ sind extra aus Vancouver angereist, nur um den Leuten richtig geile Musik zu präsentieren. Und das hat super funktioniert. Gutes Gespür für Melodien und eine energiegeladene Show. Ob sie wirklich nur für das Seepogo angereist sind weiß ich natürlich nicht, aber den Gedanken feiere ich.

„Shirley Holmes“ würde ich mal als bisheriges Highlight bezeichnen. Musikalisch top, endlich mal geht’s straight geradeaus. Bei manchen Songs erinnert mich die Stimme an Nici von Slime und die Mimmis. Ob nur ich das so sehe könnt ihr ja mal Bescheid sagen.

„Shoreline“ klingen mega professionell. Auch nicht schlecht, aber fast ZU Mainstream. Wobei: Umso länger sie spielen, umso geiler wirds. Dann doch schade, als es rum ist. Aber die nächsten stehen ja schon in den Startlöchern.

„Strung Out“ gehen etwas härter zur Sache. Aber wenn es nicht den ganzen Tag so geht, find ich das doch pervers geil. Deshalb „Thumps up!“

„Turbostaat“ sind nicht zu unrecht ziemlich erfolgreich, wenn man sich die letzten Chartplatzierungen anschauen will. Nichtsdestotrotz bin ich kein Fan des Gesangsstil des Sängers. Ist nicht böse gemeint, aber ist eben einfach so. Trotzdem kamen sie sehr sympathisch rüber.

Dagegen treffen „Alarmsignal“ exakt meinen Geschmack. Angefangen bei dem geilen Sänger, über die klaren Messages (auch in den Ansagen) verpackt in gleichzeitig melodische und trotzdem kantige Musik. Mit ein paar „Wohooos“ zum mitgröhlen und der Sängerin von Shirley Holmes als Gast bei 2 Songs. Einfach geil. Ich sollte echt viel mehr Alarmsignal hören. Schön dass sie erneut eingeladen wurden und wieder mal am Lago waren. Und einen besseren Tagesabschluss kann ich mir für den ersten Tag wirklich nicht vorstellen. Großes Kino.

Ja und da war er auch schon vorbei, der Freitag. Die Preise sind immer noch fair und man lernt immer wieder sehr viele nette Leute dort kennen. Als tolle Neuheit empfinde ich „Club Mate“ im Getränkeangebot. Der macht ein bisschen wacher und enthält ja schon ne gute Ecke weniger Zucker, als die meisten Softdrinks. Und kalter Mate ist einfach toll.

Wieder zu Hause hieß es dann ab ins Bett, in der Hoffnung den Samstag ab der ersten Band zu erleben. Spoiler: Hat nicht geklappt. Aber vom Samstag, berichte ich euch erst später.

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