So. Bevor ihr die letzte DNA des Seepogos von euren Körpern geschrubbt habt, kommt jetzt der Bericht vom Samstag.

Ja, der sollte planmäßig eigentlich so anfangen wie der Freitag. Meinerseits pünktlich, geklappt hat es nicht.

Und dann fragt man einen anderen Besucher nach dessen kompetenter Einschätzung zu den „Pit Dogs“ und bekommt die Antwort: „Sehr sympatisch. Der Typ war echt nett, hab mit ihm geredet.“ Danke für nix Tobi!

Für mich ging es dann los mit „N.T.Ä“. „NTÄ“ haben ihren Auftritt vorgezogen, da „Bruise Control“ noch im Stau steckten. Aber ihre Punk Sounds mit Texten wie „My body, my choice“ haben natürlich voll ins Schwarze getroffen.

„Bruise Control“ stehen immer noch im Stau, weshalb jetzt „Missstand“ dran sind und die sind voll mein Ding und sogar mit „Endlich schlechte Musik“ auf Tour. Beide feiere ich, leider kommen sie nicht in die Gegend. Dafür ein Dislike. Gerade weil es so geil war und Lust auf mehr gemacht hat.

„Bruise Control“ standen übrigens im Stau, aber waren mittlerweile doch da. Das Warten hat sich gelohnt. Die Briten liefern eine geile Punkshow und gehen ab wie Schmitz Katze. Teilweise auch in Frauenkleidern oder oben ohne. Das war groß, auch vom künstlerischen Standpunkt aus. Fast schon Performance Art.

„March“ fand ich letztes Mal schon richtig gut. Dieses Jahr auch wieder. Ich mag einfach diesen rotzigen Gesang richtig gern. Und den anderen Musikern kann man auch absolut nichts vorwerfen.

Sind die „Split Dogs“ eigentlich die unehelichen Kinder der „Pit Dogs“? Haben die „Pit Dogs“ gespielt weil sie bei der Suche der „Split Dogs“ mit aufgetaucht sind? Fragen über Fragen. Aber die „Split Dogs“ haben in jedem Fall überaus ordentlich geliefert.

Die „Dead Pioneers“ aus Denver sind die Weiterentwicklung eines Spoken-Word Kunstprojektes. Aber auch im Hardcore Punk Gewand funktioniert das ganze doch verdammt gut. War nicht jedermanns Sache. Mir gefällt es auf ganzer Linie.

Ich habe erwartet, dass „Akne Kid Joe“ mein Tageshighlight wird. Stand jetzt sind sie mein Tageshighlight. Auch wenn sie für mich nicht klingen wie die „Pixies“. Einziger Kritikpunkt: Sie könnten etwas freundlicher gucken. Ich will ja keine Angst haben, nach dem Konzert die Fresse poliert zu kriegen.

„Booze&Glory“ sind eine britische Oi! Skinheadband. Irgendwie kriege ich bei Ihnen immer so Hooligan Vibes, aber die Musik ist trotzdem cool und endlich war es vor der Bühne mal RICHTIG voll

„Akne Kid Joe“ bezeichnen sich selbstironisch als zweitbeste Band. Vergangenen Samstag hat es gestimmt. Denn „Dritte Wahl“ waren, sind und bleiben eine fantastische Liveband. Sie haben Einiges zu sagen und dank perfektem Sound, kam das sogar weiter hinten noch alles an. Die Songs sind Mitsingtauglich und das wurde ausgenutzt. Einfach eine perfekte gealterte Band. Grandioses Finale, auch dieses Jahr!

Und dann war das „Seepogo 2026“ schon wieder Geschichte. Über das Samstag morgen Programm (Frühschoppen, Eschbaranka und Yoga) kann ich immer noch nichts sagen, weil ich auf den heimischen Festivals immer noch nicht campe. Bandmäßig war es wieder mal eine Supersause, auch wenn es schade ist, dass „Laura Jane Grace“ absagen musste. Vielleicht kann sie ihre Show ja bei Gelegenheit mal nachholen. Die inoffizielle „Frauenquote“ hat das Seepogo Team ja wieder brilliant erfüllt. Einerseits finde ich es immer wieder erwähnenswert, andererseits ist es schade, dass es immer noch erwähnt werden muss weil es doch viele Bands gibt, die in ihrer Besetzung heterogen sind. Ich empfehle an dieser Stelle für nächstes Jahr auch mal direkt „All I see is nothing“.

Ansonsten gibt es garnicht soviel zu sagen. Faire Preise, tolle Menschen, überwiegend guter Sound, saubere Dixies, Trinkwasser Stelle, „Bier Express“ Theke. Alles tip-top wie immer. Einziger Kritikpunkt bleibt „P3“, aber ich habe es erfolgreich geschafft ihn auch dieses Jahr wieder zu vermeiden. Müsste ich von da aus hinlaufen, wäre das Festival aber auch schon rum für mich bevor es angefangen hat. Das ist übrigens kein Gedisse, sondern meinen Knien geschuldet, die auch schonmal besser waren.

Prinzipiell war es einfach wieder ein unglaubliches Festival, das von großartigen Menschen mit jeder Menge Arbeit und Herzblut Jahr für Jahr auf die Beine gestellt wird und dabei bleibt mir nur zu sagen: Danke man. In Selters-Münster schlägt das Punkrock Herz Hessens. Ganz viel Liebe geht raus an euch!

Ich bin damit erstmal raus, aber spätestens auf dem Pell Mell sieht man sich wieder. Wenn euch meine Summer Breeze Bilder interessieren, folgt meinem Instagram Account @schoppeklopper_fanzine

Da gibt’s auch ne ganze Ecke mehr Seepogo Bilder als bei Facebook.