Und natürlich war ich nicht nur am Freitag da, sondern machte mich am nächsten Tag wieder auf den Weg.
Mein Samstag begann mit „Left betrayed“ aus Hachenburg. Die Metalband macht keine Gefangenen und präsentiert sich mehr als gut. Stellenweise erinnert mich der „Gesang“ an den jungen Corey Taylor. Gefällt mir sehr gut.
„Lost in Hollywood“: Sehr stark und geradeaus. Viel Energie, kann man eigentlich nicht besser machen.
Daumen hoch für die interessante Outfit Wahl des Sängers von „Stesy“. Auch das Eiffel 65 Cover von Blue wusste zu gefallen. Die Band macht einfach eine Menge Spaß.
„Monsters of Liedermaching“ waren bis dahin mein absolutes Highlight. In ungewohnt kleiner 5er Besetzung gab es 45 Minuten kultige Liedermacher Klänge. Ein todsicheres Mittel gegen jeden Trübsal. Dazu Punker Polonaise und ruderende Gesellen im Pit. So so so unfassbar gut.
Bei der „King Nugget Gang“ handelt jeder Song von Essen. Kann man machen. Ich hab jetzt irgendwie Hunger. Auf Nudeln und 4 Cheesies.
„Rantanplan“ gelten als Eine der besten Skapunkbands in Deutschland. Und zwar vollkommen zurecht. Gute Stimmung, geile Texte und Bewegungszwang.
„VMZT“ sind einfach eine Institution auf heimischen Festivals. Und „Over the Rainbow“ ist und bleibt magisch. Einfach mal wieder gelungener Auftritt. Nur leider ohne Newconomy.
„Caliban“ waren sehr kurzweilig, was ja definitiv für sie spricht. Das Set war über eine Stunde, gefühlt wie eine Halbe.
„Hämatom“ kenne ich als richtig geile Live Band und das haben sie auch auf dem Pell Mell wieder unter Beweis gestellt. Eine Vielzahl an Mitsingtauglichen Gassenhauern, eine totale Gaga Bühnenshow und eine erstklassige Performance sorgen für einen fantastischen Headliner Auftritt.
„Evil JaredxKrogi“: ich war noch nie solange auf dem Pell Mell Festival wie dieses Jahr. Die total zerstörende Bühnenshow, das systematische Abfüllen des Publikums und die großartige Songauswahl. Totaler Abriss. War für mich die denkbar geilste Aftershow aller Zeiten und es bleibt die Gewissheit: Ich werde das Pell Mell wirklich vermissen.
Ja und das werde ich wirklich. Wie bekannt ist, geht das Festival in eine Pause. Mindestens 2027 wird es keine neue Auflage geben und wielange das so sein wird, weiß keiner so genau. Was bleibt ist das Versprechen dass sie besser und stärker zurück kommen. Aber Mal im Ernst: Wie soll das Aussehen? Ich habe dazu eine Liste erstellt, was alles auf dem Pell Mell besser ist als woanders und wo eventuell noch Verbesserungspotential besteht.
Pell Mell positiv
- Preise
- Merch
- Essenangebot (Bowls, Crepes und Rockwurschdbud)
- Line-Up (Das Beste)
- Sound (klar, druckvoll, präzise)
- Getränkeauswahl (mit Eistee, Fassbrause und Cider)
- Herzblut: 20 Jahre Fleiß und Arbeit auf Ehrenamtsbasis. Ich ziehe meinen Hut vor euch!
- Festivalgelände. Guter Standort und teilweise mit grünem Teppich ausgelegt. Ist cool.
- Das Einlasskonzept. Aus der Corona Not geboren, hat sich die Einfahrt durch das Zelt als mega Bändchen Ausgabe bewährt.
- Der Zeitpunkt. Was soll ich jetzt im September machen!?!?
Pell Mell negativ
- Die Klosituation und überlaufende Pissoir Pilze sind immer noch fies. Aber wer als Besucher dann immer noch da hinpisst hat sie auch nicht mehr alle.
- P1. Ist find es schon schade nicht mehr da parken zu können, wo ich jahrelang geparkt habe. Aber warum muss man den auf der Festival Map dann noch ohne Hinweis einzeichnen.
- Bitburger. Ja, ist eine Geschmackssache und sie sind als Sponsor definitiv ein starker Partner. Aber trotzdem:-)
Also wir halten Fest. Das Pell Mell ist 3x öfter geil als schwach. Meiner Meinung nach gibt es also kaum Verbesserungspotential im Westerwald. Die Abwechslung im Genrebereich zwischen Metalcore, Punkrock, Gardcore, Crossover und einem Hauch Folk und Ska macht diese Reihe einfach einzigartig und so besonders geil.
Wenn das Team jetzt Zeit braucht um mit neuer Motivation wieder zu kommen, dann soll es so sein. Aber bitte: Nichts verschlimmbessern, die Kompetenzen bewahren und nicht zu lange weg bleiben. Ich warte hier so lange.
Riesendanke für die vielen geilen Zeiten so far.